Fernando, ein unermüdender Held

Wir Menschen sind eigenartig. Ich kenne kein anderes Lebewesen auf dieser Erde, welches so grauenhaft mit der Natur und Umwelt umgeht wie der Mensch.  Er beutet nicht nur massiv unsere Erde aus, er vergiftet sie auch mit seinem Unrat. Er wirft all seinen produzierten Müll schlicht in die Umwelt ohne sich je einen Gedanken darüber gemacht zu haben welchen Schaden er damit anrichtet. Nach dem Motto:  Aus den Augen aus dem Sinn.  Wir reden zwar von „Kreisläufe der Natur“ etc., wollen es aber nicht wahr haben, dass diese schlimme Tat von uns Menschen,  voll Umfänglich wieder auf uns selbst und direkt zurückkehrt und uns hart trift. Denn dies ist der Kreislauf der Natur!

Tourist mitten im Abfall.  –  ©Foto: Gérard Koch, 2017

Hawaii ist ein traumhaftes Paradies im pazifischen Ozean.  Schon im Jahr 1967, nach kaum 8 Jahre unter USA Regierung, erreichte Hawaii die erste Million Touristen, zumal nun jährlich ca. 7 Millionen Besucher aus der ganzen Welt dorthin reisen.  Doch Hawaii hat durch diese Touristen und durch ihre geografische Lage ein grosses Umweltproblem, welches man gerne verdrängt. Meine Frau und ich durften selbst dies im Jahr 2017 in Kahului, Maui an der Beach erleben. Der ganze Strand war mit Plastik, Mikroplastik, alte Fischernetze und sonstigem Abfall überfüllt.  Auch Warnschilder fürs Baden waren angebracht.  Kurzum haben wir entschlossen, auf diesem kleinen Strandabschnitt den Abfall einzusammeln.

Einsammeln des Abfalls – ©Foto: Gérard Koch, Dez.2017

Um vielleicht das Verständnis mit ein paar Zahlen zu dokumentieren, habe ich hier nur ein zwei Beispiele aufgeführt:

Der Raucher schmeisst aus Gewohnheit nach seiner Lustbefriedigung den Rest der Zigarette auf die Strasse, in den Fluss oder wo auch immer. Die Welt ist der grösste Aschenbecher. Obwohl in Europa der Konsum der Zigaretten Rückläufig ist, so werden weltweit (Angabe 2011) 5,6 Billionen Zigaretten jedes Jahr geraucht,  4,5 Billionen davon werden achtlos weggeschmissen. Gewichtmässig bedeutet dies, dass 1 Million Zigaretten genau 1 Tonne wiegt. Dies sind also ca. 5 Millionen Tonnen Zigarettenabfall jährlich in der Natur. Menschensterblichkeit pro Jahr wegen Rauchens, sind es um die 6 Millionen Menschen.   Eine Zigarette  enthält 4‘800 Chemikalien, davon 250 Gifte (Stand 3.4.2018, SZ.de) welche 50 davon Krebserregend sind. Die weiteren Chemikalien sind noch in der Untersuchung. Der Zigarettenfilter wird durch chemische Prozesse bei der Herstellung robust und benötigt  dafür 10 bis 15 Jahre für den Abbau. Kommt ein Zigarettenstummel mit Wasser in Berührung, so  verseucht er 200 Liter davon und erzeugt durch chemische Reaktionen ca. 7‘000 Gifte im Wasser, welches der Tierwelt und Natur nicht zu Gute kommt. Im Wasser zersetzt sich der Filter in seine Mikroplastik, welches von dem Plankton (Kleinstlebewesen im Wasser) aufgenommen wird, welches wiederum, die Grundnahrung der Fische ist, welchen wir, die Fische,  wiederum zu uns nehmen. Ein toller Kreislauf, ich wünsche nur einen guten Appetit!

Ein weiteres Beispiel ist der Plastik:

Die Ozeane und Meer werden von unserer Gesellschaft, Industrie und Regierung als billige Müllkippen verwendet. Studien rechnen, dass stündlich 675 Tonnen Müll direkt ins Meer entsorgt werden, wobei die Hälfe davon Plastik ist. Der Abbau des Plastiks, man staune, benötigt ca. 500 Jahre.  Wurden in den 1950er Jahren knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert, sind es heute fast 400 Millionen Tonnen. Nehmen wir nur die mittlerweile 128 Jahre alte Firma Coca-Cola, welche über 100 Milliarden Plastikflaschen jährlich produziert. Dies sind ca. 3‘400 Flaschen pro Sekunde! Davon sind nach der Studio von Greenpeace 60% Einwegflaschen, die auf irgendeiner Art in die Natur und Ozean wieder zu finden sind.

Erforscht und eingetragen durch das Umweltprogramms der vereinten Nationen (UNEP)  landen jährlich 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Kunststoff im Meer. Durch die Meeresströmungen entstehen dann die riesigen neuen Plastikkontinente inmitten der Ozeane, welche ca. 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben jährlich kosten. Der wohl bekannteste neuartige Kontinent ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik zwischen Hawaii und Kalifornien.

Wir Menschen müssen dringend achtsamer, schonender und naturverbundener mit unserer Umwelt und Natur umgehen, denn wir haben nur eine Erde, wo wir alle miteinander zusammen leben. Wir müssen schnellstens etwas unternehmen und unsere Mülldeponie Erde  aufräumen und entgiften.  Wen wir alle etwas auf den Boden schmeissen können, so können wir doch auch alle etwas vom Boden  aufheben, oder?  Machen wir doch dies als unser neuer Sport.

Dies hat sich der geborene Mexikaner Fernando, der schon 20 Jahre in Hawaii lebt, zu Herzen genommen. Als er bei einem Spaziergang den Ala Wai Boot Hafen entlang lief und  dort die prachtvollen, bunten Fische in der immensen Verschmutzung  schwimmen sah , ergriff er die Eigeninitiative  und fing dieses Hafenbecken vom Unrat zu reinigen. Ohne Auftrag der Stadt oder der Community geht er ein bis zwei Mal pro Woche nach seinem 100% Job den Hafen in Honolulu vom Unrat säubern.  Anstatt ihm dankbar für seine kostenlose, harte Arbeit zu sein, stellte man ihn noch Steine von der Regierung in seinen Weg und versucht ihn beim säubern des Wassers zu hindern. Ungeachtet auf dessen, geht Fernando seinen Weg und säubert nicht nur diesen Hafen in Honolulu, sondern erweitert es auf die Insel aus und reinigt mit grossem Fleiss die Natur. Wir alle sollten ihm dafür dankbar sein und ihn dabei unterstützen. Eine Möglichkeit  wäre, ihm helfen zu gehen oder bei sich in der Gegend, vor der eigenen Haustür, beginnen die Umwelt vom Zivilisationsballast zu befreien. Fernando ist für mich ein grosses Vorbild, ein Held. Er zeigt uns vor was zu tun ist und öffnet unsere Augen. Meine Bitte an euch, lieber Leser, werdet bitte aktiv wie Fernando. Unterstützt ihn wo ihr könnt, sei es finanziell oder auch nur, dass seine  Socialmedia Community wächst welche ihr hier findet:
Instargram: @greenmanhawaii
facebook: Green Man Hawaii

Mahalo nui to Hawaii Volcanic

Mein Beitrag an Ihn ist, sobald ich wieder nach Hawaii fliegen kann, werde ich mein Versprechen bei  Fernando einlösen und ihm ein-zwei Tage mithelfen den Abfall aus dem Wasser zu fischen. Auch werde ich ihm an der Organisation bei Trash Hero World als ein wirklicher Hero vorschlagen, damit er vielleicht auch von dort her eine Unterstützung erhält.

Ein Riesen Dankeschön und Mahalo nui  an Fernando, wie auch eine Wertschätzung für all was er tut. Fernando,ist ein Held!

Fotoalbum

Link:

Bericht über Coca-Cola
Die Welt-Zeitschrift über Coca-Cola
Watson
Coca-Cola Schweiz
Coca-Cola
Global Citizen über den Abfall in Hawaii
Reset
United Nations Environment Programme
UNEP
Pollution in Honolulu
Oceanservice – Plankton 
Australien Museum – Plankton

 

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