Diamond Head – Lē ‘ahi

Nach über sechs Stunden nur geradeaus fliegen, macht unser Flieger endlich einmal eine starke Rechtskurve. Ich schaue aus dem kleinen Fenster hinaus und sehe, einen grossen Krater unter uns, der unseren Grossraumflieger umfliegt. Endlich! Wir sind da. Wir sind in Honolulu angekommen, denn dies ist der Diamond Head, das Wahrzeichen der Insel Oahu. Ein jeder der nach Hawaii kommt, kennt diesen 232 Meter hohen und 1,5 Quadratkilometer grossen Krater, der  ca. vor über 300‘000 Jahren entstanden ist. Die Insel Oahu ist vor ca. 2,5 Millionen Jahren durch zwei grosse Vulkane, dem Wai’anea und dem Ko’olau welche durch einen breiten Sattel verbunden ist, am Entstehen. Die beiden Vulkane lassen die Insel von einer Länge von 64 km und eine Breite von 42 km wachsen. Der Höchste Punkt der Insel ist der Mount Ka’ala von 1‘200 Metern und der längste Fluss der Insel ist der Anahulu River.  Durch die grossen Eruptionen vom feuerspeiende Ko’olau Vulkan wurde sein Magma durch das Meerwasser zu Asche und Staub verarbeitet, welches wiederum durch die Starken Winde in die Luft geschleudert und zu sogenannten Tuffringe zusammen gepresst und zementiert wurden.  Die Windrichtung lässt sich heute noch am Diamond Head erkennen, wodurch die süd-westlichste Stelle am höchsten mit dem Tuffring wachsen konnte.

Der Name „Diamond Head“ wurde um ca. 17Jh. von den westlichen Seefahrern und Händlern gegeben. Sie glaubten, das glitzern der Steine durch das Sonnenlicht, wären es Diamanten. Eine arge Enttäuschung mussten sie hinnehmen als sie endeckten, dass es nur Calcitkristalle in den Steinen war.

Legenden

Die frühere Geschichte des Kraters durch die Hawaiianer gibt es verschiedene Legenden.

Lighthouse Diamond Head; 1904

Die einte Pele and Hi‘iaka spricht davon, dass die Schwester Hiʻiaka, Schwester der Feuergöttin Pele, den Namen Lēʻahi gab, weil der Gipfel die Ähnlichkeit mit der Stirn (lae) des ʻahi Fisches hat. Eine andere Übersetzung gibt den Namen des Kraters als Feuerkopfland (Fire Headland)an  und geht zurück als noch Navigationsfeuer auf dem Gipfel entzündet wurden. Diese Höhenfeuer waren als Hilfe und Sicherheit der Kanus, welche entlang der Küste fuhren. Auch wurde ein heiau (Tempel) am Gipfel  errichtet. Dieser Tempel  wurde dem Windgott Paka’a gewidmet welcher zum Schutz gegen Aufwinde schauen musste, damit die Feuer auf dem Kraterrand nicht gelöscht werden können. Seit 1917 existiert ein Licht zur visuellen Unterstützung der Navigation. Im 17. Jahrhundert besuchten westliche Entdecker und Händler Lēʻahi und hielten Calcitkristalle in Steinen für Diamanten. So kam der Berg zu seinem Namen Diamond Head.

Militärische Geschichte

(Übersetzt aus der Proschüre von Diamond Head (Le’ahi) State Monument, Honolulu, Oahu, State Parks Hawaii)

Mit seinem Panoramablick von Koko Head bis Waiʻanae ist Diamond Head der ideale Platz für die Küstenverteidigung Oʻahus. 1904 wurde Diamond Head von der Regierung gekauft und diente ab diesem Zeitpunkt militärischen Zwecken.

1908 begann man mit der Befestigung und dem Aufstellen von Geschützen, sowie dem Bau des Kapahulu-Tunnels durch die Nordwand des Kraters zum Fort Ruger. Fünf Batterien zur Beherbergung der Küstenartillerie wurden errichtet. Harlow (1910) am nördlichen Kraterrand, Dodge und Hulings (1913) am östlichen, Birkhimer (1916) im Krater größtenteils unterirdisch und Batterie 407 (1943), die sich im südlichen Kraterrand befindet. Die Feuerleitstelle am Gipfel, zwischen 1908 und 1910 errichtet, beherbergte Räume für Karten und Instrumente, um die Artillerieschläge koordinieren zu können. Von dieser Position konnten die Beobachter ihren eigenen Batterien sowie den Batterien Randolph und Dudley in Fort DeRussy in Waikīkī und der Batterie Harlow in Fort Ruger Ziele zuweisen. Die vierstöckige Feuerleitstelle, die Ebenen sind durch eine Wendeltreppe und Leitern miteinander verbunden, wurde mit Bruchstein eingebettet in Zement getarnt. Jede Ebene besitzt seewärts gerichtete Schlitze, um potentielle See- und Luftangriffe erkennen zu können. Zusätzliche Küstenverteidigung wurde durch Langstreckenkanonen gewährleistet, die an den Hängen und Kämmen des Kraters 1915 errichtet wurden. Die militärischen Merkmale Diamond Heads sind Teil des Fort Ruger Historic District.

In den 1940er Jahren wurde durch die Südwand des Kraters der Kāhala-Tunnel gegraben. Dieser führt heute zu einem Parkplatz innerhalb des Kraters von dem aus ein Pfad über Treppen und Tunnel bis zur Feuerleitstelle in 232 m Höhe führt.

Im Krater selber gab es ebenfalls einige militärisch genutzte Einrichtungen, wie beispielsweise zwei Schießplätze.

Im Jahr 1986 wurde der Diamond Head zu einer bedeutsamen Sehenswürdigkeit (National Natural Landmark) der USA erklärt.

 

Continue on Part II – Art of Diamond Head

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