Vertrag mit den USA – 1849

Brig Thaddeus

In 1820, erreichten die ersten protestantischen Missionare aus den USA, angeführt von Reverend Hiram Bingham, mit dem Schiff Thaddeus in Hawaii ein.  Diese Missionare gehörten zum American Board of Commissioners for Foreign Missions (ABCFM), einer Organisation mit Sitz in Boston an. In ihrer ersten Mission, erreichten sie nach einer langen Seefahrt von Boston aus starten südwärts, durch das wilde stürmische Cap Horn, welches der Expedition der Hoorner Austraalse Compagnie vom niederländischen Seefahrer Willem Cornelisz Schouten am 29. Januar 1616 erstbeschrieben wurde und  daher zu Ehren des Rates seiner Geburtsstadt Capo Hoorn benannt wurde, erreichten die Missionare  geschwächt Kealakekua, an der Westküste von Hawaii.

Kealakekua – Bay – Big Island

Die Ankunft der protestantischen Missionare erfolgte kurz nachdem König Liholiho, der Sohn von Kamehameha, das alte Kapusystem abgeschafft hatte. Der Hintergrund und Ziel war es den Missionaren, die hawaiianische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren und das „Regelwerk“ der westlichen Kultur einzuführen. Die Missionare breiteten sich auf den hawaiianischen Inseln erfolgreich aus und waren mit ihrer Bekehrung erfolgreich. Sie etablierten eine dauerhafte Beziehung zur hawaiianischen Monarchie und hatten einen bedeutenden Einfluss auf den Inseln. Diese Missionare heirateten die bildhübschen indigenen Hawaiianerinnen, welche später dieser Nachkommen sehr wohlhabende Landbesitzer wurden.

Später in den Jahren der 1840er, immer mehr amerikanische Bürger wanderten mit dem Traum schnell ein wohlhabender Landbesitzer wie auch ein erfolgsreicher Geschäftsmann zu werden, nach Hawaii aus.

Den in dieser Zeit hatten die Amerikaner die Vision auf eine kontinentale Dimensionserweiterung. In rascher Folge folgten die Annexion von Texas 1845, die Beilegung des Grenzstreits um Oregon mit Großbritannien 1846 und der Vertrag von Guadalupe Hidalgo, der den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg im Februar 1848 beendete.

Innerhalb von drei Jahren vergrößerten die Vereinigten Staaten ihr Territorium um mehr als eine Million Quadratmeilen und erreichten zwischen Kanada und Mexiko fast ihre heutige Größe. Diese bemerkenswerte nationale Vergrößerung wurde weithin begrüßt.

Dieses Streben nach Vergrösserung der USA hatte auch Einfluss in den Pazifik. Ihr Bestreben war, ihren Einfluss in Hawaii zu sichern um eine koloniale Übernahme Hawaiis durch europäische Mächte wie England oder Frankreich zu verhindern. Den am 12. August 1849 brach eine französische Invasion unter Admiral Louis Tromelin mit der Korvette Gassendi und  der Fregatte La Poursuivantin in Honolulu aus. L.Tromelin war im Auftrag des französischen König gesandt worden, um die Missstände, Unruhen und persönliche Feindseligkeiten des französischen Konsul Dillon gegenüber den amerikanischen protestantischen Missionare, wie auch gegenüber England und den hawaiianischen Eingeborenen zu schlichten.

Um solche europäischer Kolonialisierung auf Hawaii zu verhindern, war eines der Haupthintergründe der USA den Vertrag von Freundschafts-, Handels-, Schifffahrts- und Auslieferungsabkommen mit dem Königreich Hawaii ab zu schliessen. Dieser Vertrag legte eine formelle Grundlage für die Beziehungen und gewährte den USA Schutzrechte und Handelsprivilegien, während Hawaii als unabhängiger, aber geschützter Staat anerkannt wurde.

Weitere Hintergründe der USA war es bei diesem Vertrag die Sicherung des strategischen Interesses. Denn die USA erkannten Hawaiis strategische Bedeutung als Zwischenstopp für Schiffe, insbesondere für Walfangflotten, und wollten sicherstellen, dass diese nicht von anderen Mächten kontrolliert wurden. Ebenso ein Grund war für die Wirtschaftliche Beziehung. Den mit diesem  Vertrag wurde der US-Markt für die hawaiianischen Zuckerproduzenten, meist Amerikaner selber, gesichert sowie der Handel mit den USA gefördert. Als ein sehr wichtiger Hintergrund des Vertrages war es, dass dieser die Basis für den amerikanischen Einflusses erwirken soll. Auch wenn Hawaii als unabhängiger Staat anerkannt wurde, schuf der Vertrag die Grundlage für den wachsenden Einfluss der USA, der langfristig zu einer Annexionsforderung führte. Die Auswirkung des Abkommens für das Königreich Hawaii war unter anderem einen neue Macht Verteilung. Der Vertrag etablierte eine „Schutzherrschaft“ (Protektorat) der USA, die Hawaii eine gewisse Autonomie ließ, aber auch unter dem Einfluss des mächtigeren Partners stand. Es entstand eine erhöhte Siedlertätigkeit. Mehr und  mehr amerikanische Siedler fassten Fuss auf Hawaii und um ihre Geschäftsinteressen zu schützen, begannen sie auch eine günstigere Regierung zu installieren. Dies war auch der Grundstein für die Annexionspläne. Die vertraglichen Vereinbarungen trugen langfristig zur Erosion der hawaiianischen Souveränität bei und ebneten den Weg für die spätere Annexion Hawaiis im Jahr 1898.

 Zum Vertrag
Treaty signed at Washington December 20, 1849

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